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Augen auf beim Welpenkauf

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Augen auf beim Welpenkauf

Die Familie ist sich einig: ein Hund oder eine Katze soll einziehen. Die Freude ist groß und die Kinder sind schon ganz aufgeregt.

Bei dem Wunsch nach einem Hund, kommen einem viele Gedanken. Süß soll er sein, verspielt, hübsch und natürlich ein super Familienhund. Wahrscheinlich hat aber auch jeder in der Familie seine eigenen Vorstellungen, wie der Hund sein sollte. Mama wünscht sich einen pflegeleichten Hund, der brav ist und nicht zu viele Haare verliert. Die Tochter hätte gerne einen kleinen Hund, den sie mit ins Bett nehmen kann und auch mal mit zu ihren Freundinnen. Der Sohn wünscht sich einen treuen Freund, mit dem er Bällchen spielen und auch mal raufen kann. Papa wiederum möchte auf keinen Fall mit einem kläffenden „Handtaschenhund“ draußen herum laufen.

Wo findet man aber bloß einen Hund, der alles mitbringt, was sich die Familie wünscht?

Ein guter Gedanke ist sicherlich, das örtliche Tierheim zu besuchen. Man kann die Hunde kennen lernen, aus seriöser Quelle etwas über den Hintergrund des Hundes erfahren und vielleicht ist tatsächlich einer dabei, der allen gefällt und viele der Eigenschaften mitbringt, die man sich so wünscht. Außerdem kann man auf diesem Weg einem armen Tier etwas Gutes tun und ihm ein neues Zuhause geben.

Was aber tun, wenn dort kein passender Begleiter gefunden wird?

Man schaut in der Regel erst Mal im Internet, wo man ganzjährig mit einer Flut an Angeboten konfrontiert wird.

Zunächst findet man Unmengen an süßen Bildern und Preisunterschiede von null bis vierstellig. Es gibt Hunde vom Züchter mit Papieren oder ohne, Welpen oder erwachsene Hunde, Mischlinge und Reinrassige, Hunde gerettet aus Tötungsstationen oder von der Straße, Hunde die aus den unterschiedlichsten Gründen weitervermittelt werden, neue putzige „Designer-Rassen“ aus Kreuzungen zweier Rassen und und und.

Die meisten dieser Angebote sind wahrscheinlich reell, aber ein erheblicher Anteil ist auch unseriös, denn trauriger Weise ist rund um den Hund (und auch die Katze) eine regelrechte Industrie entstanden, die die Tierliebe der Menschen ausnutzt. Natürlich können auch Annoncen in der Zeitung oder Aushänge von unseriösen Anbietern stammen, Lug und Betrug sind ja kein Privileg des Internets. Die Leidtragenden sind am Ende so oder so die Tiere.

Wie ist das mit den Katzen?

Klar, gerade im Frühling und Ende des Sommers laufen die Tierheime und die Anzeigenportale über, weil überall Katzenbabies zu vermitteln sind. Da fällt die Entscheidung relativ leicht und gegen eine kleine Schutzgebühr kann man ein wunderhübsches, liebes Kätzchen bekommen.

Aber vielleicht wünscht man sich wegen besonderer Eigenschaften für die Familie doch eine ganz bestimmte Katzenrasse. Manche Rassen sind sehr menschenbezogen, manche sind sehr gut in der Gruppe zu halten, andere wunderhübsch und elegant, wieder andere besonders selbstständig und unabhängig. Auch Rassekatzen kosten in der Regel sehr viel Geld und das aus gutem Grund. Denn einige Rassen sind selten und man muss sehr gut aufpassen, dass keine Inzuchttiere entstehen, sprich, man muss genau wissen, welche Eltern miteinander verpaart werden können. Dafür müssen manchmal auch weite Wege in Kauf genommen werden um die geeigneten Elterntiere zusammen zu bringen (und dann ist ja noch nicht mal gesagt, dass die Kätzin aufnimmt). Auch bei den Katzenzüchtern sind leider einige dilettantische Vermehrer am Werk, die ohne Rücksicht auf genetische Probleme Rassekätzchen mit zum Teil schwerwiegenden genetischen Schäden züchten und dann teuer verkaufen.

Wie soll ich mich nur entscheiden?

Wenn ein Rassetier auffallend günstig ist, sollte man sehr genau nachhaken warum der Preis so niedrig ist. (Hier kann es durchaus gute Gründe geben, wie z.B. eine Fehlfarbe die nicht dem Rassestandart entspricht oder ähnliches). Allerdings sind Betrüger und Tiervermehrer in den letzten Jahren „klüger“ geworden und verkaufen die armen Wesen zu fast den gleichen Preisen wie die, zu denen die liebevoll und sorgsam Gezüchteten auch gehandelt werden, mit ordentlich Profit. Dafür werden Welpen unter unsäglichen Umständen regelrecht produziert, oft viel zu früh von der Mutter getrennt und unter unwürdigen Bedingungen transportiert, um gewinnbringend verkauft zu werden.

Im Jahr 2018 wurden 84 Fälle von illegalem Heimtierhandel bekannt. 84 sind erwischt worden, die Dunkelziffer dürfte aber erheblich höher liegen. In den meisten Fällen handelte es sich um Hundewelpen, aber auch einige Rassekätzchen wurden beschlagnahmt, insgesamt über 600 Tiere. Das Traurige ist, dass einige die schon an den neuen Besitzer verkauft wurden, bereits verstorben waren als die Behörden diese aufsuchten. Die gehandelten Hunde- und Katzenwelpen waren überwiegend noch zu jung um vom Muttertier getrennt zu werden, zum Teil sogar jünger als 8 Wochen. Ein erheblicher Teil der Welpen war krank, dehydriert, hatte Durchfall, neben Giardien konnten die sehr gefährliche Krankheit „Parvovirose“­- und in einem Fall sogar Staupe nachgewiesen werden. Von einer Vielzahl diverser innerer und äußerer Parasiten gar nicht zu reden, sowie einiger weiterer massiver Schäden, von denen wir euch die schrecklichen Details ersparen wollen.

Bei Verpaarungen wird von solchen Tierproduzenten nicht auf genetische Gesundheit der Elterntiere und Welpen geachtet. Deswegen werden die Muttertiere auch viel zu früh und bei jeder Gelegenheit gedeckt bis sie völlig kraftlos und ausgemergelt sind und die Jungtiere kaum noch versorgen können. Impfausweise sind zum Teil gefälscht, Impfungen und Wurmbehandlungen nicht zum richtigen Zeitpunkt, mit abgelaufenen oder ungeeigneten Medikamenten oder gar nicht durchgeführt worden – kostet ja Geld. Die Ernährung ist meist unzureichend und neben den körperlichen Schäden sind auch mit massiven psychischen Folgen bei diesen armen Würmern zu rechnen. Körperliche und seelische Schäden, die häufig ein ganzes Leben bestehen bleiben und für eine Familie oft alles andere als unproblematisch sind.

Wir haben mittlerweile Rassen, bei denen ein großer Teil der Individuen ohne Operation kaum noch in der Lage ist zu atmen, weil die Schnauze immer kürzer und das Gaumensegel zu lang wird. Rassen mit massiven Gelenkschäden der Hüfte oder der Ellenbogen, Rassen mit Deformationen der Wirbelkörper, Rassen die wegen eines gestörten Immunsystems bereits im Welpenalter vielfältige Allergien entwickeln, u.v.m. Dies alles sind genetische Folgeschäden einer unkontrollierten und unsachgemäßen Vermehrung von Rassen die gerade modern sind.

Kein Tierliebhaber möchte solches Leid verursachen oder verantworten. Und mal ganz ehrlich: ein chronisch krankes Tier bringt ja auch nicht die Freude ins Haus, die man sich erhofft hat.

Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?

Mittlerweile sollte jedem klar sein, dass man auf gar keinen Fall Tiere aus einem Kofferraum oder auf einem Markt kauft. Aber wie ist das mit den Züchtern? Bin ich an einen reellen und seriösen Züchter geraten, der diese Rasse liebevoll und verantwortungsbewusst züchtet, aber vielleicht ohne VDH Papiere? Oder ist das jemand der die Tiere selber unter elenden Bedingungen produziert oder einfach nur ein Verkäufer, der eine hübsche Wohnung gemietet hat und dort illegal importierte Welpen aus Ost- oder Südeuropa verkauft? Soll ich besser nur bei einem Züchter kaufen, der Papiere für die Welpen hat, bin ich dann auf der sicheren Seite?

Hört bitte zunächst erstmal ganz genau in euch hinein, warum ihr eine bestimmte Rasse haben möchtet. Ist es weil die Rasse gerade „in“ ist? Ist es wirklich eine gute Idee, mich für eine „Moderasse“ zu entscheiden? Provoziert die große Nachfrage nicht geradezu zur „Produktion“ von Welpen dieser Rasse.

Es gibt viele Dinge zu bedenken wenn man sich ein Tier anschafft, denn ein Hund oder eine Katze im Haus sollen das Familienleben bereichern und nicht nur Sorgen und Kummer bringen. Ein paar Denkanstöße sind ja vielleicht schon in diesem Artikel für Euch dabei. In unserem nächsten Blogbeitrag wird es darum gehen, worauf man beim Züchter im Detail achten sollte.

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