Einsatz von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Einkaufserlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite notwendig sind, sowie optionale Cookies, um unsere Webseite zu optimieren und Statistiken zu erstellen. Optionale Cookies werden erst nach Ihrer ausdrücklichen Zustimmung gesetzt. Alle wichtigen Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Die Nutzung der Webseite ist auch ohne Zustimmung möglich.

Mehr Weniger

Meine Suppe ess´ ich nicht!

Schreibe einen Kommentar

In der täglichen Beratung von Tierhaltern ist es eines der häufigsten angesprochenen Themen: Der geliebte Vierbeiner macht einen weiten Bogen um sein Futter und straft Herrchen & Frauchen mit vorwurfsvollen Blicken.

So filmreif mancher Auftritt vor dem gefüllten Napf auch sein mag, die Verweigerung von Nahrung sollte ernstgenommen werden.

Durch Erkrankungen oder spezielle Medikamente verursachte Appetitlosigkeit können z.B. Ursachen sein, die die Mahlzeit unberührt an ihrem Platz verharren lassen. Hält eine solche Situation länger an und treten zusätzlich Symptome wie Apathie, Fieber, Lustlosigkeit an Bewegung, Schläfrigkeit oder auch Durchfälle auf, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, um zu vermeiden, dass der Körper an Energie und Gewicht verliert.

Je nach Art der Erkrankung ist Spezialnahrung für das Tier dringend notwendig. Die qualitativ hochwertigste Nahrung kann jedoch nicht verwertet werden und wirken, ohne in den Magen-Darm-Trakt zu gelangen. Zudem ist die Verabreichung von wichtigen Medikamenten manchmal nur über die Nahrung möglich. So kommt es oft zu Kompromisslösungen, wie z.B. der Zugabe einer kleinen Menge der Lieblingssorte, damit das Futter aufgenommen wird.

Ist aus gesundheitlicher Sicht alles in Ordnung, geht es dem Haustier gut und zeigt die Nahrung selbst auch keine Auffälligkeiten, bleibt meist nur ein Rätselraten um den Grund der Akzeptanzprobleme.

Für den Menschen ist ein geregelter Essensplan oftmals der Inbegriff eines gesunden Lebens, so sorgt das Drama zur Tischzeit nicht selten für Kummer und Sorgen um Hund oder Katze.

Die modernen Lebensgewohnheiten unserer Vierbeiner haben mit dem Jagd- und Rudelverhalten ihrer Urahnen nur noch wenig gemein. Somit interpretieren Hund und Katze meist schnell und richtig, dass der besorgte Mensch gerne kulinarische Neuheiten anbietet, wenn es darum geht, dass gegessen werden soll. Die weit verbreitete Annahme, dass ein gesundes Haustier auch immer Appetit habe ist mitunter jedoch ein Irrglaube.

Die Akzeptanz von Futtermitteln wird von vielen Faktoren beeinflusst. Schon lange ist es nicht mehr so, dass die Tiere ihre Beute vor dem eigenen Rudel oder Revierrivalen verschlingen oder verteidigen müssen. Fixe Fütterungszeiten, zeitlich geregelte und meist eher moderate körperliche Auslastung und das Wohnen in beheizten Innenräumen können ein gewisses Desinteresse an der üblichen Ration Trocken-, Nass- oder Rohnahrung hervorrufen. Muskeln, Knochen und Stoffwechsel werden nicht mehr so beansprucht wie noch vor wenigen Jahrhunderten und ein Fastentag ist für einen gesunden Körper daher gut wegzustecken. Zusätzlich können z.B. auch hormonelle Vorgänge einen Einfluss auf den Appetit haben.

Die Sinneswahrnehmung von Hund und Katze hat zudem andere Prioritäten als die des Menschen. So reagieren unsere haarigen Mitbewohner am stärksten auf den ursprünglichsten ihrer Sinne – den Geruchssinn.

Daher kommt es verbreitet zu dem verständlichen Verdacht, dass ein Futtermittel nicht intensiv genug duftet, verändert worden oder verdorben ist, wenn die Aufnahme durch die Fellnase verweigert wird. Abweichungen in der Rezeptur oder ein tatsächlicher Verderb der Ware können jedoch oftmals nicht festgestellt werden.

Bei nahezu allen Tierhaltern kommt in einer solchen Situation Rat- und Hilflosigkeit auf. Wie so oft wünscht man sich, der vorwurfsvolle Blick des Haustiers würde durch eine Stimme ergänzt, die uns sagt wo der Schuh des Suppenkaspers drückt.

Da der pelzige Mitbewohner aber nicht spricht, sollten bei Akzeptanzproblemen ohne medizinischen Anlass und bei guter körperlicher Kondition in erster Linie ein konsequentes Anbieten der Nahrung zu festen Mahlzeiten und der Verzicht auf Zwischenmahlzeiten, wie z.B. Leckerchen oder Kauartikel, der erste Schritt zur Besserung sein.

Auch die eigene ruhige Einstellung zur Fütterung kann sich auf Hund oder Katze übertragen und positiv auf die Futteraufnahme auswirken. Sensible Tiere, die auf Umweltreize stark reagieren, sollten eventuell allein gelassen werden und nicht gefüttert werden, wenn die Müllabfuhr vorm Haus gerade lauthals die Tonnen entleert.

Sollte die Nahrung weiterhin verweigert werden, kann durch die Zugabe kleiner gesunder Komponenten, wie z.B. dem Darmpulver oder dem Lachs-Hanf-Öl, das verschmähte Mahl eventuell geruchlich interessanter werden.

Das Untermischen von etwas lauwarmem Wasser, Babynahrung, mildem Joghurt oder fettarmen Hüttenkäse, sowie die Zugabe von gekochten, ungewürzten Möhren und Zucchini kann Wunder wirken. Aber auch der in die weitestgehend luftdichte Aufbewahrungsbox gesteckte Kauartikel kann den Geruch der Futterkroketten aufpeppen und für mehr Akzeptanz sorgen. Eine solche Zulage sollte natürlich regelmäßig ausgewechselt und nicht mitgefüttert werden.

Sollte sich Ihr fittes Haustier trotz aller Bemühungen ab und an für einen Fastentag entscheiden, dann kann das auch ein Anzeichen sein, dass es ihm bei Ihnen einfach rundum gut geht.

Wie fandest du diesen Beitrag?

4 2
Bewertung abgeben 6 Stimme Stimmen

Schreibe einen Kommentar