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Serie: Mein (neues) Hundeleben - Aller Anfang ist schwer

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Eins mal vorweg: Warum der Begriff „Hundeleben“ so negativ behaftet ist, ist mir persönlich komplett schleierhaft. Unser neues tierisches Familienmitglied hat nämlich das schönste Leben überhaupt, und ich lehne mich nicht mal besonders weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass sich die anderen Vierbeiner, die mir tagsüber beim Gassi-Gehen begegnen, auch nicht beschweren können. Aber der Reihe nach.

Okay, so ein Hundewelpe ist vor allem eins: extrem niedlich. Ich fürchte, das weiß er auch. Trotzdem muss und will man ihn ja erziehen, weshalb wir uns seit einigen Tagen nur noch mit Leckerchen bewaffnet ins Wohnzimmer trauen. Seine erste Amtshandlung nach der Abholung war, mir eine meiner Lieblingsblumen abzubeißen und damit freudig auf mich zuzuwedeln. Ein echter Charmeur, denken Sie. „Der ganze Bua a Depp“, dachte ich (Bayrisch für: „Der ganze Bub ein Idiot“).

Ich hätte nicht gedacht, dass ein Hundewelpe fast so viel Aufmerksamkeit braucht wie ein Menschenbaby. Doch nach zwei schlaflosen Wochen bin ich schlauer. Unsere Unterhaltung kreist neuerdings fast ausschließlich um eine Frage: „Wann hat sich Elvis (so sein Name) zuletzt gelöst?“ „Gelöst“, das subsummiert in Hundehalter-Fachsprache alles, was nach der Nahrungsaufnahme hinten wieder rauskommt – unabhängig vom Aggregatzustand. Die ersten 7 Nächte wankten wir wie Schlafwandler durchs Haus, um ein Malheur zu vermeiden. So sahen wir tagsüber dann auch aus, mit blutunterlaufenen Augen und Tränensäcken wie sonst nur nach 16 Tagen Oktoberfest oder einem unangekündigten Wochenendbesuch der Schwiegereltern.

Was sogar Anfänger über Hunde wissen: Sie lieben Gassigehen. Doch Elvis scheint das nicht zu wissen: Nach diversen Gassi-Geh-Versuchen, bei denen sich der Vierbeiner weder nach vorne noch nach hinten bewegen wollte und letztlich sogar noch sprichwörtlich zum Befreiungsakt getragen werden musste, hatten wir schon einen faulen Stubenhocker in ihm ausgemacht. Da Apportieren, Stöckchenwerfen und Leckerlisuchen auch nicht haben klappen wollen und sogar die Nachbarskatze aus zwei Metern Entfernung keine Regung in ihm auslöste, fürchten wir, er ist auch nicht die hellste Kerze auf der Torte. Dumm und faul – was für eine Mischung. Dumm und faul – aber potent! Denn während andere Welpen in seinem Alter nur spielen, schlafen und lustig dreinschauen, imponiert Elvis gerne mit seinen zehn Wochen im unpassendsten Augenblick mit seinem primären Geschlechtsorgan und bringt mich regelmäßig in kompromittierende Situationen. In der Hundeschule, wo wir ja pflichtbewusst mit ihm hingehen, wurden seine kindlichen Begattungsversuche zunächst als „er will ja nur spielen“ abgetan – bis sich daraus ein paar Augenblicke später hysterisch-schrille „Nee, das darf ja nun nicht sein!!!“-Ausrufe entwickelten.

Wer weiß, vielleicht sind das ja auch nur Nebenschauplätze. Denn an sich ist Elvis ein braver Zeitgenosse, der gerne Auto fährt, seinen Plüschhasen wie ein Heiligtum bewacht und nur gaaaanz selten mit seinen Mini-Hauern zubeißt. Und wenn er schläft, sieht er wirklich aus wie ein Engel. Da verzeiht man ihm fast auch seine tierischen Blähungen, die unvermittelt Glasscheiben beschlagen lassen. Allmählich bin ich mir ziemlich sicher, dass sich der Begriff Hundeleben gar nicht auf den Hund, sondern auf den Halter bezieht.

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