Bei Struvitsteinen handelt es sich um eine der häufigsten Harnsteinarten, die bei Katzen auftreten. Löst sich ein Stein und gelangt in die harnableitenden Wege, kann er starke Schmerzen beim Urinieren verursachen. Kommt es durch den Stein zu einer Harnabflussstörung, besteht zudem das Risiko einer Schädigung der Nieren. Durch eine frühzeitige Diagnose und Anpassung der Ernährung können Struvitsteine in der Regel aufgelöst werden und die Katze kann wieder ein beschwerdefreies Leben führen.
Was sind Struvitsteine bei Katzen?
Struvitsteine sind Harnsteine, die überwiegend aus Magnesium, Ammonium und Phosphat bestehen. Sie gehören zu den Erkrankungen der unteren Harnwege (FLUTD = Feline Lower Urinary Tract Disease). Meist bilden sich die Kristalle in der Harnblase, können aber auch in den Harnleitern oder der Harnröhre auftreten.
Besonders problematisch wird es, wenn ein Harnstein den Harnfluss teilweise oder vollständig blockiert. Der Urin kann dann nicht mehr ungehindert abfließen und staut sich bis in die Nieren zurück. Ein vollständiger Harnwegsverschluss ist ein tiermedizinischer Notfall und muss schnell behandelt werden.
Wie entstehen Struvitsteine im Harntrakt der Katze?
Der wichtigste Faktor für die Entstehung von Harnsteinen ist die Konzentration des Urins: Enthält der Urin mehr steinbildende Substanzen, als gelöst bleiben können, spricht man von einer Übersättigung. Die überschüssigen Stoffe kristallisieren aus und können sich zu Harngries oder Harnsteinen zusammenlagern.
Bei Struvitsteinen spielt zusätzlich der pH-Wert des Urins eine wichtige Rolle. Der Harn gesunder Katzen ist mit einem pH-Wert von durchschnittlich etwa 6,2 leicht sauer. In diesem Bereich bleibt Struvit gut gelöst. Steigt der Harn-pH an, beispielsweise nach der Futteraufnahme oder seltener infolge einer Harnwegsinfektion, können Struvitkristalle ausfallen und sich zu Harngries oder Harnsteinen zusammenlagern.
Bereits junge Katzen können von Struvitsteinen betroffen sein. Während weibliche Tiere eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Bildung von Struvitsteinen haben, sind Kater – wegen der längeren und dünneren Harnröhre – häufiger von einem Harnwegsverschluss betroffen.
Bewegungsarmut und Übergewicht sind wichtige Risikofaktoren für die Entstehung von Struvitsteinen, allerdings kommt einer zu geringen Wasseraufnahme die größte Bedeutung zu.
Unterschied zwischen Struvitsteinen und anderen Harnsteinen
Neben Struvitsteinen kommen bei Katzen auch andere Harnsteine vor. Am häufigsten werden Calciumoxalatsteine gefunden. Für die Behandlung und die Wahl der richtigen Diät ist es entscheidend, die Art des Harnsteins zu kennen.
Struvitsteine lassen sich in vielen Fällen mit einer speziellen Diät auflösen. Ziel ist es, den Urin zu verdünnen, die Übersättigung mit steinbildenden Substanzen zu verringern und den Harn-pH in einen sauren Bereich zu bringen.
Calciumoxalatsteine können dagegen nicht durch eine Diät aufgelöst werden und müssen meist entfernt werden. Ihre Entstehung kann bei dauerhafter oder zu starker Ansäuerung des Urins begünstigt werden.
Symptome von Struvitsteinen bei Katzen
Die Beschwerden bei Struvitsteinen ähneln denen anderer Erkrankungen der unteren Harnwege, beispielsweise einer idiopathischen Zystitis (Blasenentzündung unbekannter Ursache) oder – seltener – eines Harnwegsinfekts. Die Symptome entwickeln sich häufig schleichend, können aber auch plötzlich auftreten.
| Symptome | Beschreibung |
|---|---|
| Häufiges Urinieren | Die Katze sucht öfters als üblich die Katzentoilette auf. |
| Kleine Urinmenge | Zumeist setzt die Katze nur ein paar Tropfen Urin ab. |
| Schmerzhaftes Urinieren | Die Katze miaut, maunzt oder schreit beim Wasserlassen. |
| Verfärbung des Urins | Der Urin sieht aufgrund blutiger Beimengungen leicht rötlich aus. |
| Übermäßige Lecken | Die Katze schleckt häufig im Bauch- und Genitalbereich. |
| Unsauberkeit |
Urin wird außerhalb der Katzentoilette abgesetzt. |
| Appetitlosigkeit | Eingeschränktes Fressverhalten aufgrund von Unwohlsein. |
Diagnose von Struvitsteinen
Besteht der Verdacht auf eine Harnsteinproblematik, stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben einer allgemeinen Untersuchung, bei der unter anderem die Harnblase abgetastet werden kann, wird frischer Urin auf Kristalle, die Urindichte und den pH-Wert untersucht. Damit die Ergebnisse möglichst aussagekräftig sind, sollte der Urin innerhalb von 30 Minuten, spätestens jedoch nach einer Stunde untersucht werden.
Ergänzend können bildgebende Verfahren eingesetzt werden: Im Röntgen lassen sich vor allem calciumhaltige Harnsteine gut darstellen, während sich im Ultraschall, unabhängig von ihrer Zusammensetzung, die meisten Harnsteine ab einer Größe von etwa 2 mm erkennen lassen.
Wie lassen sich Struvitsteine bei Katzen behandeln?
In vielen Fällen lassen sich Struvitsteine durch Umstellung auf eine spezielle harnansäuernde Diät auflösen. Gelangen Harnsteine jedoch in die Harnleiter oder die Harnröhre und verhindern dadurch den ungehinderten Abfluss des Urins, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Der Harnstau kann die Nieren schädigen und innerhalb kurzer Zeit zu lebensbedrohlichen Stoffwechselveränderungen führen. Dieser Zustand muss so schnell wie möglich tierärztlich behandelt werden.
Auch sogenannte Mischsteine, die beispielsweise aus Struvit und Calciumoxalat bestehen, können nicht vollständig durch eine angepasste Fütterung aufgelöst werden und müssen in der Regel operativ entfernt werden.
Struvitsteine auflösen
Bei der Behandlung von Struvitsteinen spielen die Ernährung und eine ausreichende Wasseraufnahme eine zentrale Rolle. Eine hohe Wasseraufnahme verdünnt den Urin und verringert so die Konzentration harnsteinbildender Stoffe.
Spezielle Diätfuttermittel sind so zusammengesetzt, dass sie neben einer Harnverdünnung auch einen etwas saureren Harn fördern als herkömmliche Alleinfuttermittel für Katzen. Beides trägt dazu bei, die Auflösung von Struvitsteinen zu unterstützen und ihrer Neubildung entgegenzuwirken. Angestrebt wird in der Regel ein Harn-pH von etwa 6,0 bis 6,5 in einer Urinprobe, die möglichst vor einer Mahlzeit gewonnen wurde. Da Katzen oftmals über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten aufnehmen, schwankt der Harn-pH natürlicherweise. Deshalb sollte der pH-Wert immer im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Uringewinnung beurteilt werden.
Darüber hinaus enthalten diese Diätfuttermittel angepasste Mengen an Magnesium und Phosphor sowie hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß, um die Auflösung von Struvitsteinen zusätzlich zu unterstützen und ihrer Neubildung entgegenzuwirken.
Da eine gute Harnverdünnung ein wichtiges Therapieziel ist, sollte – wenn möglich – bevorzugt Nassfutter gefüttert werden, da es einen höheren Feuchtigkeitsgehalt aufweist. Einige Trockenfutter enthalten zusätzlich Stoffe, die die Harnausscheidung fördern. Dadurch können viele Katzen dazu angeregt werden, mehr zu trinken. Entsprechend wichtig ist es, der Katze jederzeit mehrere gut erreichbare und attraktive Wasserstellen anzubieten.
Eine Futterumstellung auf ein Katzenfutter zur Auflösung von Struvitsteinen sollte stets unter tierärztlicher Begleitung stattfinden. Dadurch kann der Verlauf der Therapie überwacht und gegebenenfalls eingegriffen werden. Unter Umständen kann es notwendig sein, dass die Katze vorübergehend ein Schmerzmittel oder ein Medikament zur Ansäuerung des Harns erhält. Eine solche Harnansäuerung kann beispielsweise erforderlich sein, wenn die Katze aufgrund einer anderen Erkrankung – etwa einer Futtermittelallergie – nicht auf eine spezielle Struvitdiät umgestellt werden kann. In Einzelfällen kann auch bei einer Struvitdiät vorübergehend eine zusätzliche Ansäuerung des Urins erforderlich sein.
Da ein zu stark angesäuerter Harn die Bildung von Calciumoxalatsteinen begünstigen kann, sollte eine Harnansäuerung ausschließlich unter tierärztlicher Aufsicht und regelmäßiger Kontrolle des Harn-pH-Wertes erfolgen. Auch wenn Harnwegsinfektionen bei Katzen nur selten die Ursache für Struvitsteine sind, sollten sie konsequent behandelt werden, sobald sie auftreten.
Hausmittel gegen Harnsteine
Struvitsteine können rasch zu ernsthaften Komplikationen und starken Schmerzen bei der Katze führen. Hausmittel können lediglich eine Unterstützung darstellen, sollten aber keinesfalls erste Wahl darstellen. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob er Ihnen zu pflanzlichen Naturprodukten (z. B. Brennnessel) rät. Grundsätzlich steht jedoch eine angepasste Ernährung im Vordergrund der Behandlung. Diese kann auch Nahrungsergänzungsmittel für Katzen mit Harnwegsproblemen beinhalten.
Als unterstützende “Hausmittel” bei Struvitsteinen kommen vor allem Maßnahmen infrage, die die Wasseraufnahme fördern. Bieten Sie an verschiedenen Orten mehrere gut erreichbare Wasserstellen an. Es lohnt sich außerdem, unterschiedliche Trinkgefäße auszuprobieren. Manche Katzen bevorzugen flache Glasschalen, andere trinken lieber aus Näpfen aus hochwertigem Edelstahl oder Porzellan. Auch Vasen, Gießkannen oder andere ungewöhnliche Gefäße können für manche Katzen plötzlich interessant sein. Viele Katzen trinken außerdem gerne aus einem Trinkbrunnen mit fließendem Wasser.
Wenn es darum geht, Wasser attraktiver zu machen, sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Manche Katzen mögen etwas ungewürzte Fleischbrühe, einen kleinen Schuss Katzenmilch oder einige wenige Tropfen normale Milch im Wasser. Da die meisten erwachsenen Katzen Laktose nur eingeschränkt verdauen können, sollte normale Milch nur sehr sparsam eingesetzt werden. Sie können auch versuchen, das Wasser mit einer kleinen Menge Nassfutter zu vermischen. Probieren Sie aus, was Ihre Katze am ehesten zum Trinken animiert.
Wie sollte man Katzen mit Struvitsteinen füttern?
Eine angepasste Ernährung ist entscheidend für den Verlauf einer Struvitstein-Erkrankung. Das Ziel ist es, den pH-Wert des Urins zu senken und die Konzentration an steinbildenden Stoffen (insbesondere von Magnesium, Phosphat und Ammonium) zu reduzieren. Es gibt unterschiedlich konzipierte Katzenfutter für Harnwegsinfektionen, darunter auch Katzenmenüs, die sich bei Struvitsteinen oder Oxalatsteinbildung empfehlen.
Nehmen Sie eine Futterumstellung nur nach einer eindeutigen Diagnose und unter Absprache mit Ihrem Tierarzt vor. Nicht jede Harnsteindiät ist für Struvitsteine geeignet, und nicht jedes Futter eignet sich für Katzen mit Struvitsteinen. Eine ungeeignete Zusammensetzung kann die Bildung neuer Struvitkristalle oder -steine begünstigen und den Behandlungserfolg beeinträchtigen.
Entscheidend ist eine auf die Erkrankung abgestimmte Rezeptur. Dabei spielen unter anderem der Gehalt an bestimmten Mineralstoffen, die harnansäuernde Wirkung, eine gute Verdaulichkeit und die Förderung der Wasseraufnahme eine wichtige Rolle. Lassen Sie sich deshalb auch beraten, ob und wenn ja, welche Leckerlis, Snacks oder Ergänzungsfuttermittel in der individuellen Situation Ihrer Katze geeignet sind.
Da eine effektive Harnverdünnung eines der wichtigsten Therapieziele bei Struvitsteinen ist, sollte die Katze möglichst viel Wasser aufnehmen. Deshalb ist die Fütterung eines geeigneten Nassfutters in der Regel die beste Wahl. Akzeptiert Ihre Katze das Nassfutter nicht, kann die Wasseraufnahme auch bei der Fütterung eines Diät-Trockenfutters durch verschiedene Maßnahmen oder geeignete Ergänzungsfuttermittel gefördert werden. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem behandelnden Tierarzt beraten.
Ihre behandelnde Tierarztpraxis berät Sie, über welchen Zeitraum Ihre Katze das spezielle Diätfutter erhalten sollte und welche Ernährung sich anschließend am besten eignet. Ist Ihre Katze beispielsweise übergewichtig, kann ein Futter mit angepasstem Energiegehalt sinnvoll sein. Übermäßiges Körpergewicht beeinflusst den Stoffwechsel und kann zu einem erhöhten Urin-pH-Wert beitragen. Auch hierfür und für andere Erkrankungen gibt es Katzen-Spezialfutter.
Häufig gestellte Fragen zu Harnsteinen bei Katzen
Harnsteine können bei Katzen eine sehr schmerzhafte Angelegenheit darstellen. Struvitsteine lassen sich jedoch in den meisten Fällen mit guten Erfolgsaussichten behandeln.
Was kann ich tun, um Struvitsteine bei meinem Hund zu verhindern?
Achten Sie auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung und eine möglichst hohe Flüssigkeitsaufnahme. Lassen Sie Harnwegsinfektionen konsequent behandeln und führen Sie bei Risikohunden regelmäßige Urinkontrollen durch. Eine frühzeitige Therapie einer Blasenentzündung ist ein wichtiger Präventionsschritt.
Wie beeinflusst die Flüssigkeitsaufnahme meines Hundes das Risiko für Struvitsteine?
Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme verdünnt den Urin, reduziert die Konzentration steinbildender Substanzen und erleichtert das Ausspülen kleiner Kristalle. Dadurch sinkt das Risiko für Struvitsteine deutlich. Nassfutter oder das Anreichern des Futters mit Wasser kann hierbei unterstützen.

